Status- und Prognosebericht der GAP-Group

Das erste Halbjahr 2020 ist vergangen und hat alle vorherigen Erwartungen an dieses Jahr ad absurdum geführt. Thorsten Jacobsen, geschäftsführender Gesellschafter der GAP-Group, ordnet die Entwicklungen der vergangenen Monate ein, beschreibt die Auswirkungen der Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie und gibt einen Einblick in das Heute und Morgen des Unternehmens.

Thorsten Jacobsen, Geschäftsführer GAP-Group

Ausgangssituation der GAP in Zeiten von Corona 

Das Corona-Virus hat sich im Frühjahr 2020 zu einer schweren Pandemie entwickelt. Durch die weltweit eingeleiteten Maßnahmen und Beschränkungen zur Eindämmung des Virus sind auch alle Menschen und die Wirtschaft in Deutschland unmittelbar betroffen. Jeder Einzelne, die Gesellschaft und die globale Wirtschaft wurden vor ungeahnte Herausforderungen gestellt, für die es oftmals noch keine Blaupause, erprobte Lösungen, geschweige denn verlässliche Prognosen gab und gibt. Dieser neuen und ungewissen Situation ist zwangsläufig auch die GAP-Group als Wirtschaftsunternehmen und Arbeitgeber ausgesetzt.  

Die GAP hat als langjähriger Softwareanbieter eines modernen ERP-Systems für die Wohnungswirtschaft ein etabliertes Geschäftsmodell mit langfristig laufenden Kundenverträgen, aus denen sich auch wiederkehrende Erlöse im Rahmen von Wartungsvereinbarungen und Betreuungsarbeiten ergeben. Diese, als relativ sicher geltenden Einnahmen, machen mit über 60% einen signifikanten Anteil des Gesamtumsatzes aus. Nicht zuletzt deshalb darf das Geschäftsmodell mit dem angebotenen Produkt- und Leistungsspektrum insgesamt als sehr robust und krisenfest beurteilt werden, da es von gesamtkonjunkturellen Einflüssen eher schwach und schon gar nicht kurzfristig beeinflusst wird.  

Darüber hinaus darf sowohl die Kundenklientel der GAP durch ihre Branche, als auch – und insbesondere – die Kundenstruktur der über 580 Wohnungsunternehmen (keine Abhängigkeit von wenigen einzelnen Kunden) als krisenfest beurteilt werden. Die Wohnungswirtschaft verfügt über ein hohes Eigenkapital und deren Wirtschaftsgut Wohnung wird auch in Krisenzeiten unvermindert nachgefragt. Selbst von einem krisenbedingten, deutlichen Anstieg der Mietausfälle wird innerhalb des Bereiches der kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsvermietung nicht ausgegangen. Die durch drohende Ausfälle stärker betroffene Gewerbevermietung spielt innerhalb der wohnungswirtschaftlichen GAP-Kunden nur eine untergeordnete Rolle.   

Doch selbst für eine unvorhergesehene, fortwährende Negativentwicklung hat die GAP durch die wirtschaftlichen Erfolge der letzten Jahre ein substanzielles Eigenkapital von über 9 Mio. Euro aufgebaut. Mögliche Umsatzrückgänge wären somit aufzufangen und sogar in Krisenzeiten, weitere notwendige Zukunftsinvestitionen sichergestellt.

Unternehmerische Maßnahmen und wirtschaftliche Risiken 

Mit Ausbruch der Pandemie in Deutschland erhielt der Gesundheitsschutz oberste Priorität. Dem ist die GAP-Group mit ihren umgesetzten Vorsorgemaßnahmen, immer ausgerichtet an den aktuellen behördlichen Bestimmungen, uneingeschränkt gefolgt.  

Die gebotene Aufrechterhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der mehr als 580 Kunden war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Sowohl die reibungslose Bereitstellung des Kunden-Supports, als auch die Pflege (inkl. Umsetzung gesetzlicher Anforderungen) der Softwareprodukte, war trotz angepasster Rahmenbedingungen, wie der Arbeit aus dem Homeoffice, jederzeit gewährleistet.  

Eine weitere wesentliche Säule in den Kundenbeziehungen der GAP ist das Beratungsgeschäft. Dieser Bereich besteht bis heute maßgeblich und überwiegend aus Dienstleistungs- und Projektaufträgen im Außendienst, weshalb hier, als angemessene Reaktion auf den bundesweiten Lockdown, die größten Veränderungen, hin zu Online-Schulungen und Remote-Arbeiten notwendig geworden sind. Die Umstellung auf Online-Beratungen und gezielte Webinar-Angebote hat ab Ende März mit nur wenigen Anlaufschwierigkeiten sehr gut funktioniert.  

Doch trotz guter Auftragslage besteht weiterhin eine Vakanz von Umsatzrückgängen in diesem Bereich, da dauerhafte oder wiederkehrende, pandemiebedingte Einschränkungen der Reistätigkeiten und der Kundenkontakte eintreten können. Es existiert ein Restrisiko, dass durch Verschiebungen Projekte nicht planmäßig abgeschlossen und abgerechnet werden können, denn insbesondere die Einführung von immotion® bei zahlreichen Neukunden wird wahrscheinlich nicht gänzlich auf Außendiensttätigkeiten und Erbringung der Beratung beim Kunden vor Ort verzichten können.  

Aus heutiger Sicht ist das Risiko aber als äußerst gering zu bewerten. Den Beraterinnen und Beratern der GAP sind mit der deutlichen Verringerung des bundesweiten Infektionsgeschehens und den beschlossenen Lockerungen seit Anfang Juni, unter Einhaltung der gebotenen Abstands- und Hygieneregeln, auch wieder Dienstreisen und Kundentermine vor Ort möglich.  

Und dennoch zeichnet sich bereits der Trend ab, dass sich, durch die gewachsene Akzeptanz aus den erzwungenen Kontaktbeschränkungen, die Nachfrage nach Online-Beratungsterminen und Webinar-Angeboten dauerhaft erhöhen wird. So dürfen bereits jetzt folgende Erkenntnisse als Fazit aus der Krise gezogen werden: Die immotion®-Anwender konnten selbst innerhalb kürzester Zeit flexibel aus dem Homeoffice arbeiten und sich den Rahmenbedingungen anpassen. Nicht zuletzt auch, weil Schulungen und Coachings Online und per Remote durchaus als eine probate Alternative erkannt worden sind und der Wegfall der Reisezeiten sogar zu Kostenersparnissen, mehr Effektivität und kürzeren Reaktionszeiten für die Kunden führen kann. 

Geschäftsentwicklung 2019/2020 

Aufgrund der oben aufgeführten Einschränkungen und Besonderheiten in diesem Jahr ist es jedoch nicht ganz einfach, an den organischen Wachstumszielen der GAP-Group festzuhalten und die positiven Zahlen aus 2019 unvermindert fortzusetzen. Denn in 2019 hatte der Umsatzanstieg noch rund 13% betragen und lag damit 5-6% über Plan. Diese positive Abweichung hatte auch zu einem deutlichen Anstieg des EBIT geführt, das mit 3,24 Mio. € in 2019 deutlich über dem Vorjahr mit 2,43 Mio. € (+33%) lag. Für das laufende Jahr ist nun ein Einpendeln auf dem Niveau des Vorjahresumsatzes und ein leichtes Absinken des EBIT, aufgrund gestiegener Investitionen in den Personalausbau, zu erwarten.  

Diese Momentaufnahme zeigt zwar einen „krisenbedingten“ Stillstand bei den prognostizierten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen für 2020, spiegelt so aber die erkennbare Fortsetzung des vertrieblichen Erfolgskurses der GAP-Group nicht korrekt wider. Allein in den ersten 5 Monaten hat die GAP mit Ihren Partnern wieder 16 neue Kunden mit über 35.000 verwalteten Einheiten für einen Softwareumstieg auf immotion® gewinnen können. Damit befindet sie sich auf dem Kurs des Vorjahres, in dem 28 Wohnungsunternehmen mit über 60.000 Wohnungen hinzugewonnen werden konnten. Daraus nährt sich insgesamt die Zuversicht, dass es der GAP-Group mit ihrem Produkt- und Leistungsangebot auch nach der Ablösung der auslaufenden GES-Systeme bei über 60 Wohnungsunternehmen in den vergangenen Jahren, auch in Zukunft gelingt, sich erfolgreich im Verdrängungswettbewerb gegen andere Anbieter und Bestandssysteme durchzusetzen.

Autor: Thorsten Jacobsen

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